Rennberichte

31. RCM/DMW - Grenzlandrennen Nürburgring 05.Juli 2008

Kapitaler Motorschaden am Cup-Seat-Leon

Ein rabenschwarzes Wochenende erwischte das Elsper Hester Rennsport-Team am
vergangenen Wochenende auf dem Nürburgring. Dabei fing alles sehr gut an. Das
Auto, ein Seat Leon Supercopa mit 280 PS, wurde in der zweiwöchingen Rennpause
komplett überarbeitet. Neben Stammfahrer Dirk Lehn sollten sich Andreas Mirow
aus Mainz und Andi Riedl aus Hamburg das Volant des Rennboliden teilen. Bereits
in der vergangenen Saison bestritt das Hester-Team einige Renneinsätze mit
Riedl´s BMW M3 GTR. Die Stimmung im Team war vor dem freien Training, das Freitags
von 16-18 Uhr stattfindet, perfekt. Lief der Seat Leon doch beim letzten Rennen
absolut problemlos. In der Box wurde dem Motorsteuergerät noch ein aktuelles
Upgrade vom Seat-Renndienst aufgespielt. Dieses sollte für mehr Drehmoment des
Motors sorgen und den Ladedruck des Turboladers leicht anheben. Dirk Lehn setzte
sich als erster hinters Lenkrad. Per Funk gab er nach kurzer Zeit durch, das die
neue Fahrwerkseinstellung hervorragend funktioniert. Große Freude bei der Mechaniker-
crew um Teamchef Thomas Hester. Doch weitere zwei Minuten später kam die Ernüchterung.
Dirk Lehn meldete fehlende Motorleistung und einen riesige "Ölfahne". Er musste sein
Renngerät bereits nach 10 Kilometern im Streckenabschnitt "Kesselchen" auf der
berühmt, berüchtigten Nürburgring Nordschleife abstellen. Nach Trainingsende wurde
das Auto in die Boxen geschleppt. Die grausame Diagnose: das Pleuel des zweiten
Zylinder war abgerissen und hatte ein Riesenloch in den Motorblock geschlagen. Es
wurde noch bis Freitags nachts versucht einen Reservemotor aufzutreiben um diesen
dann in einer Nachtschicht "einzupflanzen". Aber nirgends war ein Triebwerk zu bekommen, so das auf einen Start zum Rennen am Samstag verzichtet werden musste.
Thomas Hester:"Die Ursache des Motorschadens war kein Überdreher. Wir vermuten zwar den
Grund, können aber im Moment noch nicht viel dazu sagen. Jedenfalls ist ein neuer Motor
schon in der "Mache" und einem Start beim Saisonhighlight am 19.Juli, dem 6-Stunden-Rennen
auf dem Nürburgring, steht nichts im Wege." Die Fahrerbesatzung steht auch schon fest.
Neben Dirk Lehn fahren die drei "Hamburger" Marc Zur Nieden, Helmuth Bormann und Andi Riedl.

26. Juli 2008

Heute ist der Bericht vom 6-Stunden-Rennen in der Westfälischen Rundschau erschienen, geschrieben von WR-Reporter Stephan Hahn, der uns über das gesamte Rennwochenende begleitet hat.

Hier der direkte Link:http://www.derwesten.de/nachrichten/sport/lokalsport/attendorn/2008/7/25/news-64748742/detail.html

Reinoldus-Langstreckenrennen Nürburgring am 21. Juni 2008

Galavorstellung in der "Grünen Hölle"

Am vergangenen Wochenende fand auf dem Nürburgring das Reinoldus Langstreckenrennen statt.
Mit dabei das Elsper Rennsport Team um Thomas Hester. Aber diesmal wurde nicht der
Porsche Cayman CSR eingesetzt, sondern ein Seat Leon Supercopa MK1 in der Klasse der SP3-
Turbofahrzeuge. Der Porsche musste "zu Hause" bleiben, da der Einsatz mangels Fahrer nicht
gewährleistet war. Kurz entschlossen kaufte Porsche-Besitzer Dirk Lehn aus Saulheim
einen Seat Leon MK1 und das Hester-Team zeigte sich für dessen Einsatz verantwortlich.
Bereits Donnerstags Nachmittag fuhr man mit dem teameigenen LKW in die Eifel, da Freitags
noch ausgiebige Funktionstests des Seat anstanden. Zwei Wochen lang bereitete Thomas Hester das Fahrzeug vor, damit auch die Standfestigkeit des 280 PS starken Rennboliden geährleistet war. Schließlich hat die "Grüne Hölle" Nürburgring-Nordschleife ihre eigenen
Gesetze. Die Testfahrten am Freitag verliefen dann auch sehr positiv, so das man voller
Zuversicht in das Zeittraing am Samstag morgen um 8.30 Uhr ging. Doch die Eifel zeigte sich wieder mal von ihrer "Schattenseite": Leichter Nebel und Regen zu Beginn des Qualifying. Mit Regenreifen wurden die ersten Trainingsrunden absolviert. Teilweise lag man auf einem 33. Gesamtrang von 200 Fahrzeugen. Nach einer Stunde trocknete die Strecke langsam ab und die Slicks wurden montiert. Dirk Lehn fuhr eine Runde die Reifen warm und gab dann mächtig Gas. Die Zwischenzeiten waren hervorragend und deuteten auf einen Trainingsplatz unter die ersten drei in der Klasse SP3T hin. Doch dann fand diese tolle Runde ein abruptes Ende. Ein anderer Teilnehmer fuhr ihm ins Auto, und mit einer erheblich beschädigten vorderen Radaufhängung musste der Seat Leon mit dem Abschleppwagen in die Box transportiert werden. Erst gegen 11.10 Uhr bekam die Mechaniker-Crew das Auto in die Finger, und mit einer unglaublichen Reparatur von zwanzig Minuten wurde die komplette Linke Radträgereinheit gewechselt und der Rennwagen für das bevorstehende 4-Stunden-Rennen vorbereitet. Eine Minute nach Schließen der Boxenstrasse, um in die Startaufstellung fahren zu können, wurde man fertig. Also musste aus der Box heraus dem Feld hinterhergestartet werden. Die drei Fahrer, Dirk Lehn aus Saulheim, sowie Marc Zur Nieden und Hemuth Bormann aus Hamburg, waren höchstmotiviert und besonders stolz auf die Mechaniker, die aus einem Unfallwagen wieder ein richtiges Rennfahrzeug hingezaubert hatten. Die Startampel schaltete auf Grün und Startfahrer Dirk Lehn begann mit einer furiosen Aufholjagd. Bereits nach zwei Runden belegte er schon den siebten Platz. Die Performance des Seat war überragend. Nach acht Runden Nordschleife (eine Runde hat ca. 24 Kilometer) übernahm Helmuth Bormann das Volant des Rennwagen. Bormann ist gebürtiger Brasilianer und war befreundet mit Ayrton Senna, der 1994 in der Formel Eins tödlich verunglückte. Souverän spulte er seine Runden ab und das Schlußdrittel des Rennens fuhr Marc Zur Heiden. Auch er bot eine excellente fahrerische Leistung und beendet das Rennen auf einem nicht erwarteten vierten Platz. Teamchef Thomas Hester war natürlich hochbegeistert und schreibt diesen Erfolg dem gesamten Team zu, Fahrern sowie der Technik-Crew. Hester:"Wir waren am gesamten Rennwochenende sehr gut sortiert. Das Zusammenspiel von Mechanikern, Fahrern und Fahrzeug war eine Klasse für sich. Es hat mal wieder so richtig Spaß gemacht!" Das nächste Rennen ist bereits am 5.Juli wieder am Nürburgring. Als Fahrer steht Dirk Lehn bereits fest, doch ist Helmuth Bormann wegen einer Teilnahme an einer Triathlon-Veranstaltung verhindert. Der Golf-Lehrer Marc Zur Nieden kann leider aus
beruflichen Gründen nicht starten, so daß für diesen Lauf zwei andere Fahrer mit Lehn den Seat Leon Super Copa MK1 pilotieren werden. Beim 6-Stunden-Rennen am 19. Juli sind Zur Nieden und Bormann wieder mit "an Bord".